Fürsprecher. Diese Faktoren lassen hoffen. Die Steam Box sieht nach aktuellem Stand nicht viel anders aus als bisherige HTPCs, Computer also, die hinsichtlich Größe, Ausstattung und Design wunderbar in ein Wohnzimmer passen. Doch gehen wir an dieser Stelle einmal von reinen Zockern aus. Hardware-Laien oder Konsoleros beispielsweise. Sie wollen nur das eine: spielen! Verbaute Hardware? Interessiert sie nicht. Sie wollen das Gerät anschließen und loslegen. Die Steam Box könnte das ermöglichen - im Gegensatz zu HTPCs. Windows-Einrichtung, Treiber-Installation und Co. würden bei der Steam Box - womöglich - wegfallen. Dennoch freuen sich die Käufer über den zweiten Pluspunkt der Steam Box: moderne Komponenten und enorme Leistung. Nicht einmal jeder PC-Spieler verfügt derzeit über einen Intel Core i7 oder 8 GB RAM. Damit - und einer entsprechenden Grafikkarte - sollten aktuelle Spiele überaus ruckelfrei und vor allem mit deutlich besserer Optik als aktuelle Konsolenspiele laufen. Dennoch müssten Konsolenspieler und PC-Spieler, womit wir beim dritten Vorteil der Steam Box wären, weder auf das Lean-Back-Gameplay, den Couch-Komfort noch auf ein Gamepad verzichten.
PC-Spieler wiederum könnten ebenfalls von einer Steam Box profitieren, wenn auch nur indirekt. Aufgrund der Popularität der Steam Box würden Hersteller den PC-Versionen wieder den Vorzug gewähren und Konsolenentwicklungen hinten anstellen. Was auf der Steam Box läuft, sollte problemlos via Steam auch auf normalen PCs funktionieren. Das würde ein erweitertes Portfolio für PC-Spieler bedeuten. Neu und erweitert wäre im gleichen Atemzug auch der Markt, den Valve plötzlich bedient. Statt nur auf Software zu setzen, stünde auf einmal die Hardware-Entwicklung an oberster Stelle. Das würde neue finanzielle Möglichkeiten bedeuten, was wiederum der Spielentwicklung - wer hat hier Half-Life 3 gesagt? - zugutekommen könnte. PC-Spieler freuen sich darüber hinaus über ein offenes System, was dem Tüftlertrieb entgegen käme.
Einspruch. Das ist alles Nonsense. Eine tolle Sache also, diese Steam Box. Allerdings gibt es auch Einschränkungen oder gar Stimmen, die sich gegen eine solche Möchtegern-Konsole aussprechen. Bedenken wir an dieser Stelle zum Beispiel den Preis. Allein ein Intel Core i7 und eine entsprechende Grafikkarte würden den preislichen Rahmen einer neuen Konsole bereits sprengen. Gehen wir an dieser Stelle von einem Core i7-2699K aus. Der Preis hierfür liegt bei rund 275 Euro. Hinzu käme eine GeForce GTX570. Der Preis hierfür liegt bei rund 300 Euro. Alleine für diese beiden Komponenten wäre man bei rund 600 Euro. 100 Euro könnte man sparen, würde man auf eine GeForce GTX560 Ti setzen. Zwar würde Valve diese Preise nicht zahlen, das Beispiel zeigt aber, wohin die Reise geht. Um eine Konkurrenz für aktuelle und kommende Konsolen zu sein, dürfte die Steam Box keinesfalls mehr als 599 Euro, besser noch 499 Euro, kosten. Für PC-Spieler dürfte die Steam Box lediglich interessant werden, wenn Valve einem die Möglichkeit gibt, einzelne Teile auszutauschen. Aufrüsten gehört eben zum PC-Alltag dazu. Denn neue Entwicklungen sind nicht ausgeschlossen und die aktuelle Konfiguration könnte es möglicherweise schwer haben, die Unreal Engine 4 in bester Qualität wiederzugeben. PC-Spiele, welche ja auf der Steam Box laufen sollen, können nicht für ein geschlossenes System entwickelt und so optimiert werden wie bei einer Xbox 360 oder Playstation 4. Ein geschlossenes System böte in diesem Fall deutliche Vorteile.
Pro oder contra Steam Box? Wie man es dreht und wendet, die Steam Box hätte zahlreiche Vor- aber ebenso viele Nachteile. Sowohl für PC-Spieler als auch für Konsolen-Zocker. Doch sollte man in diesem Fall nicht fragen: Welche neue Plattform hat das nicht? Und könnte die Steam Box neben dem PC und bereits existierenden Konsolen überleben? Die Chancen stünden sicher nicht schlecht, vor allem da Microsoft und Sony sich - offiziell zumindest - noch Zeit mit einer Playstation 4 oder einer Xbox 720 lassen wollen.
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